Was können Sie selbst gegen zunehmenden Stress und eine Burn-Out Entwicklung tun?

Burn-Out Prävention München

 

Gefühle von vermehrtem, erdrückendem Stress oder sogar ein Burnout werden zunächst nicht als Krankheiten gewertet. Aber sie sind ein Zeichen dafür, dass wir aus dem Gleichgewicht geraten und können zu Depressionen und anderen Krankheiten führen.

 

 


Burnout: Symptome der totalen Erschöpfung

Betroffene befinden sich in einem Zustand der inneren Leere, der seelischen Verausgabung. Alle Batterien fühlen sich leer an, auch ein Urlaub hilft nicht mehr weiter. Von sich aus kann man keinen Gang mehr zurückschalten.

 

Lustlosigkeit, Interessenverlust, innere Leere, Missmut und Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche und permanente Müdigkeit gehören zu den Symptomen eines Burnouts. Es treten Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen auf - verbunden mit dem Gefühl, nicht mehr zu können. Neben Ohnmachtsgefühlen, Sinnkrisen und Ängsten kommen auch physiologische Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder weitere körperliche Beschwerden häufig vor.

 

Die Ursachen einer Burnout-Entwicklung

Viele Menschen glauben, dass die äußeren Bedingungen - also höhere Anforderungen seitens Arbeitgeber, Konkurrenzkampf, ein sehr fordernder Vorgesetzter oder die wirtschaftliche Situation des Unternehmens - verantwortlich sind für die eigene Überforderung. Und natürlich spielen diese Faktoren eine gewisse Rolle. Aber sie treffen auf Denk - und Verhaltensmuster, die bei jedem Menschen unterschiedlich sind und daher den einen straucheln lassen während der andere problemlos durch den Sturm navigiert.

  • Wie gut können Sie Grenzen setzen?
  • Ist das, was Sie tun, für Sie selbst niemals gut genug?
  • Können Sie hin und wieder Ihren Gefühlen nachgeben?
  • Welche Rolle spielt Ihr "Pflichtbewusstsein" bei der Arbeit?
  • Kennen Sie das Gefühl, durch eigene Leistung imponieren zu wollen?

Bei uns allen wirken unterschiedliche Denkmuster, die den äußeren Stress in uns selbst noch verstärken. Deshalb kommen einige Menschen mit äußeren Stress wunderbar klar während andere straucheln. Genau hier setzt das Burnout-Coaching an.

 

Die 2 Phasen des Coachings bei Burnout

Zunächst geht es um das Aufbrechen ungünstiger Denkmuster mit relativ einfachen Coaching-Werkzeugen. Für den Klienten treten dabei häufig spannende Erkenntnisse mit Aha-Erlebnissen über die eigene Person, die eigene Geschichte zutage. Ganz automatisch nimmt der Klient eine neue Haltung in seinem System ein und kann beginnen, sein Verhalten zu ändern.

 

Im zweiten Schritt geht es darum, nachhaltig dafür zu sorgen, dass dieses neue Gefühl, diese neuen Haltung langfristig zu einem Abbau von Stress führt. Wir können nicht alles ändern, aber es gibt bestimmte Faktoren, die wir positiv steuern können, um Stress abzubauen. Im Folgenden werden 10 Punkte skizziert, die nachweislich verantwortlich für den Abbau von Überforderungen sind.

 

Die folgenden Faktoren zeigen, welche Möglichkeiten wir selbst haben,  gesund zu bleiben. Schauen Sie ehrlich auf Ihr eigenes Verhalten im Alltag:

1. Erkennen und Akzeptieren der körperlichen und seelischen Grenzen

- Habe ich ein falsches Berufsbild angestrebt? (weil es andere von mir erwartet haben)

- Verfolge ich falsche Ziele?

- Grenzen setzen und NEIN sagen können

- Meine eigene Einstellung: Anspruchsniveau und Verausgabungsbereitschaft

- Keine ständige Erreichbarkeit!

- Stressquellen identifizieren

2. Zeit für Freizeit und Muße

- Rechtfertigungsfreies "Nichtstun" ohne Nützlichkeitserwägungen

- Hobbies ohne Statuserwartungen

- Möglichkeit des Rückzugs

- Nach der Arbeit 10 Min. Ruhe, evtl. draußen eine Runde drehen

- Prasseln nach der Arbeit gleich Anforderungen auf mich ein?

3. 7-8 Stunden Schlaf mit regelmäßigem Schlafrhythmus

- Bei Einschlafproblemen Schlafhygiene beachten

- Abends z.B. Orangenblütentee (entspannende Wirkung)

4. Ausreichend Bewegung

- Ausdaueraktivitäten und / oder 10.000 Schritte am Tag

- Eine U-Bahnstation früher aussteigen und zu Fuß gehen?

- Keine privaten oder beruflichen Stressmuster auf die Ausdauerbetätigung übertragen

5. Gesundes Nahrungsverhalten

- Mediterrane Kost

- Omega3-Fettsäuren (keine Tabletten)

- Kein Fleisch

- Wenig hochkalorische Industrieprodukte

- Müsli (am besten Bircher-Benner)

6. Genussmittel als Genuss (vs. Zweckerfüllung)

- Cafe, weil ich ihn mag (vs. zum Wachbleiben)

- Wein, Bier, weil es schmeckt (vs. zum Betäuben)

7. Sozialkontakte

- Nicht viele Kontakte, aber wertvolle, nachhaltige sind wichtig

- Wenige Freunde, bei denen wir uns öffnen können und die keine Funktion haben

8. Meidung von psychischen Stress

- Offenes Ansprechen und Hilfe suchen bei beruflichen oder privaten Problemen

9. Entspannungstechniken

- Techniken erlernen, solange wir Zeit dazu haben

- Was nützt, ist individuell unterschiedlich (Achtsamkeit, Yoga, Pilates, Chigong)

- Diese Techniken ohne Leistungsdruck ausüben

- Massagen

10. Roborierende Maßnahmen (käftigend, stärkend)

- Lifestyle-Management

- Regelmäßigkeit des Tages- und Nachtrhythmus

- Regelmäßigkeit der Mahlzeiten

- Wechselduschen morgens

- Verzicht auf Nikotin

Grundsätzlich hilft es uns, einen Sinn im Leben zu sehen. Oft ist Spiritualität hier sehr hilfreich. Und Achtsamkeit hilft unserem Gehirn, aufzutanken und uns zu fokussieren. Z.B. beim Zähneputzen wahrzunehmen, was im Mund passiert. Wann berührt die Bürste das Zahnfleisch, wann den Zahn? Das ist das Gegenteil vom Multitasking-Zähneputzen, wenn wir in der Wohnung herumlaufen, unser Handy checken oder nebenbei Fernsehen.

 

Auf die ersten Anzeichen eines Burnout sollte man schnell reagieren!

In meiner Praxis gebe ich wertvolle Impulse in der Vorbeugung gegen krankmachenden Stress und unterstütze Menschen mit Symptomen einer Erschöpfungserkrankung.

 

Vom Jäger und Sammler zum digitalen Wesen ...

Kein Wunder, dass sich diese Symptomatik mehr und mehr in vieler Menschen Leben schleicht: Nachdem Menschen die ersten 120.000 Generationen mit dem Jagen und Sammeln beschäftigt waren, betätigten sich die Menschen der folgenden 500 Generationen tagein, tagaus mit landwirtschaftlicher Betätigung. Erst dann folgten 10 weitere, bei denen eine ganz neue Art von Stress hinzukam – in der Industrialisierung.

 

Was sich allerdings in nur einer einzigen Generation durch die Nutzung von Computern und Internet verändert hat, ist aus der Sicht durch die Geschichtsbrille eine Entwicklung in Lichtgeschwindigkeit. Das Problem dabei: Unser Gehirn ist immer noch auf das Jagen und Sammeln ausgelegt.

 

Das folgende Beispiel macht deutlich, wie wir unser Gehirn wie selbstverständlich mit komplexen Abläufen konfrontieren: <<Ich lese kurz einen Website-Text, rechts und links ploppt Werbung auf, plötzlich fragt Lisa per Whatsapp, ob wir heut abend nicht doch in ein anderes Restaurant können, weil ihr neuer Freund Vegetarier ist. Kurs scanne ich die Restaurantszene meiner Stadt im Netz, antworte Lisa, lese weiter kurz am Text und merke, dass mir noch 30 Minuten bleiben, um das nächste Meeting vorzubereiten. Oops, „Läusealarm in der Kita“, schreibt die Erzieherin plötzlich per mail, „Bitte lest die folgende Info und handelt entsprechend!“>>

 

Natürlich handlen wir das alles – wer auch sonst? Und je nachdem, was noch an persönlichen Stressfaktoren hinzukommt, können wir mit Stress gut oder weniger gut umgehen.